Zurich gründet zentrale Abteilung zur Betrugsabwehr
2. August 2010 | Von admin | Kategorie: BranchennewsRedliche Kunden sollen besser geschützt werden
Eine zentrale Abteilung zur effizienteren Bekämpfung von Versicherungsbetrug hat die Zurich Gruppe Deutschland gegründet. Das neue Dezernat ist am Standort Köln angesiedelt und ist in seiner zentralen Aufhängung innerhalb des Konzerns neu in der deutschen Assekuranz. Insgesamt rund 50 Mitarbeiter sind beauftragt begründete Fälle von Versicherungsbetrug effektiver und schneller zu erkennen und zur Strafverfolgung zu bringen. Ziel ist es die redlichen Kunden vor den Schäden durch Versicherungsbetrug zu schützen, die Versichertengemeinschaft zu entlasten und so letztlich für mehr Prämiengerechtigkeit zu sorgen.
Höhere Effizienz durch zentrale Bündelung von Fachwissen
„Erstmals in der deutschen Assekuranz haben wir ein zentrales Betrugsdezernat gegründet, welches für alle Bereiche des Unternehmens gleichzeitig zuständig ist“, erklärt Rüdiger Hackhausen, Schadenexperte und Vorstandsmitglied der Zurich Gruppe Deutschland. „Zurich hat im neuen zentralen Betrugsdezernat facettenreiches Fachwissen gebündelt, mit dem wir dem Einfallsreichtum der Betrüger auf die Schliche kommen werden. Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt. Wir nehmen diese Fälle im Interesse unserer redlichen Kunden sehr ernst.“ Durch die Bündelung der Betrugsexperten in einem Dezernat und den direkten Austausch zwischen Innen- und Außendienstmitarbeitern können typische Betrugsmuster schneller erkannt und gemeldet werden. Die neue Struktur soll auch das bei Betrugsdelikten häufig zu beobachtende “Spartenhopping” besser bekämpfen, bei dem Schäden mehrfach, beispielsweise zunächst in der Sparte Kraftfahrt und wenig später als ähnlich gelagerter Fall in der Sparte Haftpflicht, geltend gemacht werden. „Auch wenn wir hier ein automatisches Betrugserkennungssystem einsetzen, so ist in erster Linie viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl der Kollegen bei der Ermittlung und Aufklärung notwendig. Der Schutz unserer ehrlichen Kunden hat hier höchste Priorität“, so Hackhausen.
Betrugsbekämpfung international und interdisziplinär
Damit grenzübergreifende Betrugsfälle auch in enger Abstimmung mit den ausländischen Betrugskollegen ermittelt und aufgeklärt werden können, ist das neue Zurich Betrugsdezernat auch mit ausländischen Zurich Niederlassungen straff vernetzt. „Versicherungsbetrug wird immer häufiger professionell und international betrieben. Um Betrugsfälle aufzudecken und der Strafverfolgung zuzuführen, aber auch um Prävention zu leisten, nutzen wir die Synergien, die sich Zurich als international agierendem Konzern bieten.“
Quelle: Zurich Versicherung





















Diese Meldung der Zurich passt zu der heute im Versicherungsjournal , wo man über die Auslagerung des Schaden-/Unfallgeschäfts nach Irland plant und dies wohl von Bafin unter Auflagen auch schon genehmigt wurde. Sieht man die ständigen Werbemaßnahmen um Mitarbeitern gem. § 84 HGB – Handelsvertreter zu gewinnen und wie die Zurich Makler behandelt, so rundet sich das Bild ab. Beschwerden werden vom Vorstand nicht beantwortet, Courtageabrechnungen sind nicht nachvollziehbar und unklar, Makler-Betreuung findet so gut wie nicht mehr statt, ….Produkte und Prämien sind kaum maktfähig. Die Zurich geht nicht auf Kunden und unabhängige Vermittler zu, nein sie bewegt sich von Ihnen weg und geht auf Kriegskurs. Nun noch die Gründung einer Betrugsabteilung, das lässt tief blicken und zeigt die Einstellung der Verantwortlichen bei Zurich. Mit dieser Firmenphilosophie wird man scheitern, wie bisher. E.S.
Als externes Ermittlungsbüro mit regelmäßigen Beauftragungen im Bereich “Schadenaufklärung” wird man mit einer konträren Situation bei den Kunden konfrontiert. In zahlreichen Versicherungen immer noch trotz Zunahme der “kritischen Schadenfälle” eher ein Personalabbau in der Organisation (Schadenmanagement) vorgenommen oder durch den permanenten Umbau der Organisation werden Ressorucen gebunden. Bei einigen Versicherungen gewinnt der Bereich Schadenmanagement zunehmend an Bedeutung. Die im o.g. Bericht beschriebene Einmaligkeit mit der Gründung eines Betrugsdezernates kann man nicht nachvollziehen. Einmalig sicherlich der genutze Begriff “Dezernat”. In anderen Gesellschaften werden schon seit Jahren bestehende Schadenabteilungen effizient strukturiert und durch die Implementierung zusätzlicher interner und externer Ressourcen dynamisch entwickelt. Allerdings ohne mediale Außenwirkung.
Als externer Berater / Ermittler gewonnt man den Eindruck, dass das Thema “Schadenmanagement” inzwischen an Bedeutung gewonnen hat.
Schön, dass die Zurich eine zentrale Abteilung zur Betrugsabwehr gründet. Ist zwar nicht neu, aber immerhin. Dann hat sie es ja nicht weit zur Vorstandsetage. Über das sog. “Schadensmanagement” als Allheilmittel zur Kostenminimierung um jeden Preis, wird Versicherungsbetrug ja heutzutage neu definiert.
Im wahren Leben nimmt der Versicherungsbetrug, zumindest im Bereich der organisierten Kriminalität, schon seit Jahren ab, da die “Spezialisten” sehr genau die Kontrollmöglichkeiten der Assekuranzen kennen (Uniwagnis/HIS-Datei, Datenabgleich usw.).
“Öffentlichkeitsarbeit” wie diese suggeriert dem Bürger, Versicherungsbetrug sei ein Volkssport. Dies ist genauso wenig der Fall, wie die häufige Mediendarstellung “alle Hartz IV-Empfänger seien Faulenzer”.
Aber wer weiß? Vielleicht steigt auch nur der Kostendruck, nachdem die jahrelange Erfolgsstory “Schadensmanagement” ins Stocken geraten ist?